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Wissen, Vergabe-Wissen

CPV-Codes verstehen: so finden Sie die Ausschreibungen Ihrer Branche

Der CPV-Code ist das europaweit einheitliche Klassifikationssystem für Auftragsgegenstände. Jede Bekanntmachung trägt mindestens einen. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Abteilung, jede weitere Ziffer verfeinert. Wer die Codes seiner Leistungen kennt, findet passende Verfahren, statt Stichwörter zu raten.

Zuletzt überarbeitet am . Dieser Beitrag erklärt die Praxis und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Bekanntmachung, die Vergabeunterlagen und das anwendbare Recht.

Beitrag

Der Beitrag im Einzelnen.

Was ist ein CPV-Code?

CPV steht für Common Procurement Vocabulary, das gemeinsame Vokabular für öffentliche Aufträge. Es wurde mit der Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 eingeführt, damit ein Auftrag in ganz Europa gleich benannt wird, egal in welcher Sprache die Bekanntmachung geschrieben ist. Eine Vergabestelle in Bayern und eine in Wallonien verwenden für dieselbe Leistung denselben Code.

Für Sie als Bieter ist das der verlässlichste Sucheinstieg, den es gibt. Stichwörter scheitern an der Amtssprache: Was Ihr Betrieb Gebäudereinigung nennt, steht in der Bekanntmachung vielleicht als Unterhaltsreinigung einschließlich Glasflächen. Der Code ist in beiden Fällen derselbe.

Wie ist der Code aufgebaut?

Ein CPV-Code hat acht Ziffern und eine Prüfziffer, die durch einen Bindestrich abgetrennt ist. Die Struktur wird von links nach rechts feiner:

  • Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Abteilung, etwa 45 für Bauarbeiten oder 79 für unternehmensbezogene Dienstleistungen.
  • Die dritte Ziffer bezeichnet die Gruppe, die vierte die Klasse, die fünfte die Kategorie.
  • Die restlichen Ziffern beschreiben den konkreten Auftragsgegenstand.
  • Die Ziffer nach dem Bindestrich ist eine reine Prüfziffer und hat keine inhaltliche Bedeutung.

Praktisch heißt das: Je mehr Ziffern Sie festlegen, desto enger wird die Treffermenge. Wer mit acht Ziffern filtert, sieht nur noch die exakt passende Leistung und verpasst benachbarte Aufträge, die er ebenfalls erbringen könnte. Wer mit zwei Ziffern filtert, bekommt die ganze Abteilung.

Wie finde ich die Codes für mein Unternehmen?

Arbeiten Sie rückwärts, nicht vorwärts. Suchen Sie nicht in der Code-Liste nach Ihrer Leistung, sondern nehmen Sie drei bis fünf Aufträge, die Sie in den letzten zwei Jahren tatsächlich gewonnen haben, und sehen Sie nach, unter welchen Codes diese Verfahren bekannt gemacht wurden. Das ist die Menge, in der Ihre Wettbewerber ausgeschrieben werden.

Ergänzen Sie danach die Nachbarschaft: eine Abteilung höher, eine Klasse breiter. Dabei können Auftragsarten auftauchen, für die Sie qualifiziert sind, die aber sprachlich nie in Ihrer Stichwortsuche erschienen wären.

Eine Bekanntmachung kann mehrere Codes tragen: einen Hauptgegenstand und weitere für Teilleistungen oder einzelne Lose. Ein Verfahren, das unter einem fremden Hauptcode läuft, kann für Sie trotzdem passen, wenn ein Los Ihre Leistung betrifft.

Welche Fehler kosten Aufträge?

  • Zu eng filtern: Wer nur den exakten Achtsteller beobachtet, verliert jedes Verfahren, das die Vergabestelle eine Stufe allgemeiner klassifiziert hat.
  • Nur den Hauptgegenstand ansehen: Bei Losvergaben kann die für Sie passende Leistung in einem Los stehen, nicht im Titel.
  • Codes einmal festlegen und nie prüfen: Wenn sich Ihr Leistungsspektrum ändert, ändert sich Ihre Codemenge mit.
  • Sich auf den Code allein verlassen: Vergabestellen klassifizieren unterschiedlich sorgfältig. Region, Auftragswert und Volltext gehören in dieselbe Suche.

Wie nutze ich das im Register?

Im öffentlichen Register von BidMatch führt jede CPV-Abteilung eine eigene Seite, die ohne Anmeldung zugänglich ist. Die Bekanntmachungen stammen aus oeffentlichevergabe.de, TED, simap.ch, data.gv.at; zu jedem Eintrag sehen Sie, soweit veröffentlicht, Frist, Vergabestelle und den Link auf die Originalveröffentlichung.

Mit einem kostenlosen Konto hinterlegen Sie Ihre Codes einmal und bekommen neue Verfahren dazu, ohne jeden Morgen Portale zu öffnen.

Häufige Fragen.

Wie viele CPV-Codes sollte ich beobachten?

So viele, wie Ihr Leistungsspektrum hergibt. Wichtiger als die Anzahl ist die Flughöhe: lieber wenige Codes auf Klassenebene als viele auf der feinsten Stufe.

Ist der CPV-Code verbindlich für den Auftragsgegenstand?

Er beschreibt den Gegenstand, ersetzt aber nicht die Leistungsbeschreibung. Maßgeblich für Ihr Angebot sind immer die Vergabeunterlagen.

Gilt das System auch in Österreich und der Schweiz?

In Österreich ja, es ist Teil des europäischen Vergaberechts. Schweizer Bekanntmachungen auf simap.ch tragen ebenfalls CPV-Codes.

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